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Nicol Ljubić: Genosse Nachwuchs. Wie ich die Welt verändern wollte
 

Selten so amüsiert! Nicol Ljubić tritt - mit viel Elan - im Jahr 2003 in die SPD ein. Gegen den Rat seiner Eltern, trotz der offensichtlichen diesbezüglichen Verwirrung bei seiner Freundin und seinen Freunden. Ein Vertreter der „Generation Golf“ begibt sich sozusagen an die Basis der Partei, lernt die Mühen und Widrigkeiten eines Wahlkampfs - der Europawahl 2004 - kennen. „Also: Schluß mit Phlegma und Verdrossenheit. Ich werde Genosse.“ 

Er trifft Gleichgesinnte in Berliner Abteilungen (bundesweit ansonsten Ortsverein), ärgert sich über zähe Beschlussfassungen, besucht Landesdelegiertenkonferenzen und sogar einen Sonderparteitag. Er begegnet alten Hasen und jungen Partei-Karrieristen. Alle arbeiten für die Partei, der die Wähler derzeit bei jeder Wahl deutlich die rote Karte zeigen.

„Genosse Nachwuchs“ ist ein selten authentisches Buch über eine Partei, die man in einigen Jahren - wenn nicht schon heute - getrost als „Senioren-Partei-Deutschland“ bezeichnen kann, ist doch die Funktionärs- bis hoch zur Regierungsebene hoffnungslos überaltert. „Ein Kabinett, dessen Altersdurchschnitt – wie war das noch mit dem Generationswechsel? – höher ist als unter Kohl.“ „Genosse Nachwuchs“ ist auch ein Buch, das zum Handeln und zum Engagement in der Partei aufruft, um von der unteren, der kommunalen Ebene aus den Muff der derzeitigen „staatstragenden“ Anzug- und Krawattenträger „nachhaltig“ zu vertreiben. „Was kann ich mit entscheiden? Welche Menschen welche Ämter bekleiden. Zumindest in meiner Abteilung, meinem Juso-Kreis und Landesverband. Ich kann Einfluss nehmen auf die Meinungsbildung und ich kann versuchen, ein Projekt, das mir wichtig ist, umzusetzen.“ Das ist doch schon mal was!

 

Nicol Ljubić

Genosse Nachwuchs. Wie ich die Welt verändern wollte

München: Deutsche Verlags-Anstalt 2004

ISBN 3-421-05826-1

EUR 17.90, SFR 31.90
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