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Siegfried Schumann: Persönlichkeitsbedingte Einstellungen zu Parteien 
 

Seit den 1960er Jahren wurde im "main stream" der empirischen Wahlforschung ein Einfluss von Persönlichkeitseigenschaften auf Wahlintentionen und damit auf Wahlentscheidungen kaum mehr untersucht. Ein Manko, das Siegfried Schumann nach über zehn Jahren empirischer Forschungsarbeit auf diesem Gebiet teilweise wieder behebt. Er zeigt, das Parteisympathien (und Wahlintentionen) in mehreren Untersuchungen in charakteristischer Weise und mit bemerkenswerter zeitlicher Stabilität mit der Ausprägung bestimmter Persönlichkeitseigenschaften korrelieren. Eine zentrale Rolle spielen hierbei "Offenheit für Erfahrung", "Gewissenhaftigkeit" und "Verträglichkeit" aus dem "Big Five Ansatz“ der Persönlichkeitspsychologie. Auch für die "Affinität zu einem stabilen kognitiven Orientierungssystem ", einer weniger "breiten" Persönlichkeitseigenschaft, weist er entsprechende Zusammenhänge seit 1989 nach.

Einem psychologischen Reduktionismus will allerdings Siegfried Schumann nicht das Wort reden. Weder Einstellungen zu politischen Parteien noch Intentionen zur Wahl bestimmter Parteien dürften seiner Meinung nach allein aus der Ausprägung bestimmter Persönlichkeitseigenschaften erklärbar sein. Daraus folgert er allerdings nicht, das Persönlichkeitseigenschaften als Erklärungsvariablen außer Acht zu lassen sind. Dass sie in der Lage sind, einen erklecklichen, eigenständigen Erklärungsbeitrag zu leisten, zeigen seine Forschungen anhand mehrerer Studien mit unterschiedlichem Design und entsprechend unterschiedlicher Interviewsituation und Fragengestaltung.

 
Schumann, Siegfried:
Persönlichkeitsbedingte Einstellungen zu Parteien : der Einfluß von Persönlichkeitseigenschaften auf Einstellungen zu politischen Parteien / von Siegfried Schumann. – München; Wien; Oldenbourg, 2001
(Lehr- und Handbücher der Politikwissenschaft)
ISBN 3-486-25173-2
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